Das Frutigland ist eine Region südlich des Thunersees im westlichen Berner Oberland in der Schweiz. Das Frutigland besteht im Wesentlichen aus dem Einzugsgebiet der Kander (Schweiz): dem nord-südlich verlaufenden Frutigtal und Kandertal und seinen Seitentälern: Seitentäler Engstligental, Üschinental, und Schwarzbachtal im Westen, Kiental, Suldtal, Öschinental und Gasterental im Osten.Bedeutendere Ortschaften im Frutigland sind Adelboden, Frutigen, Kandersteg und Reichenbach im Kandertal.
Die typische Siedlungsform im Frutigland sind Bauernhäuser in Streusiedlung, die in Bäuerten organisiert sind, der typische Bauernhof der Gegend ist das Frutighaus.Im Mittelalter führte der Verkehr ins Wallis via Gemmipass oder Lötschbergpass durch das Frutigland, diese unwirtlichen Pässe waren jedoch kein Anziehungspunkt für Besucher und das Frutigland war eher arm, im Gegensatz zum benachbarten Simmental mit dem Übergang ins Saanenland und dem Rawilpass. Historisch bestand das Frutigland aus der Freiherrschaft Frutigland (Oberes Kandertal und Engstligental) und der Freiherrschaft Mülenen (Unteres Kandertal) im Hochmittelalter beide im Besitz der Freiherren von Kien. 1400 wurde das Frutigland an die Stadt Bern verkauft. 1798 wurde das Frutigland zum Amtsbezirk Frutigen im Kanton Bern.Bis weit ins 19. Jahrhundert war die Viehzucht das wirtschaftliche Rückgrat der Gegend, wobei sich die Land- und Alpwirtschaft in einigen Punkten von der der Umgebung unterscheidet: Die Käselaibe der Alpkäse sind kleiner, die Alpen werden meistens von Einheimischen bewirtschaftet die gleichzeitig auch einen Bauernbetrieb im Tal haben, auf den Alpen werden zu Zuchtzwecken oft auch Stiere gehalten. Noch heute wird im Frutigland Käse produziert. Bei der Viehhaltung spielten auch Schafe eine grosse Rolle, deren Wolle bis ins 19. Jahrhundert im Tal zum schwarzen Frutigtuch verarbeitet wurde, das für Bernertrachten sehr gefragt war.
Verkehrsmässig erschlossen ist das Frutigland heute durch die Lötschberglinie mit dem Autoverlad in Kandersteg.
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